Wer kennt das nicht? Man sucht ein wichtiges Werkzeug oder einen teuren Sensor, und er ist einfach nicht da. Irgendwo liegt er auf Vorrat für ein anderes Projekt oder wurde längst verbaut, ohne dass jemand es dokumentiert hat. Genau das war die Realität bei einem unserer Kunden aus dem Automotive Segment, bis wir gemeinsam eine Lösung gefunden haben, die alles verändert hat.
Die Ausgangssituation
Chaos im Lager kostet Geld
Unser Kunde ist in der Automobilindustrie tätig und betreibt eine Abteilung, die für die komplette prüf- und messtechnische Ausstattung von Testfahrzeugen verantwortlich ist. Klingt spannend, ist es auch. Aber hinter den Kulissen sah es lange Zeit alles andere als strukturiert aus.
Die Mitarbeiter mussten das gesamte Equipment und alle dazugehörigen Materialien für jedes einzelne Testfahrzeug manuell planen. Das bedeutete: Lager durchsuchen, Artikel reservieren, hoffen dass alles rechtzeitig verfügbar ist. Teile mit einem Wert im fünfstelligen Eurobereich wurden physisch zur Seite gelegt und dort so lange gelagert, bis sie für ein Projekt gebraucht wurden.
Das klingt vielleicht noch handhabbar. Aber bei einer Vielzahl gleichzeitig laufender Projekte wurde es schnell zum Problem. Hochwertige und teure Sensoren waren bei der Projektzusammenstellung plötzlich nicht mehr verfügbar. Also wurden sie nachbestellt. Ob sie aber Wochen später, wenn sie wirklich gebraucht wurden, wieder auf Lager waren? Das prüfte in der Hektik des Alltags oft niemand nach.
Das Ergebnis: unnötige Nachbestellungen, doppelte Kosten, Projektverzögerungen und jede Menge Frust bei den Mitarbeitern.
Die Herausforderung
Mehr als nur ein Lagerproblem
Als wir uns das Thema gemeinsam angeschaut haben, wurde schnell klar: Es ging nicht nur um bessere Lagerverwaltung. Es ging um ein ganzheitliches System, das mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen musste.
Erstens mussten alle Artikel mit ihren technischen Daten vollständig aufgenommen und inventarisiert werden. Gleiche Artikel mussten in einheitliche Equipment und Materialtypen zusammengefasst werden, damit das System sauber arbeiten kann.
Zweitens brauchten wir eine Schnittstelle zu SAP, um die relevanten Projektdaten direkt in unser System zu übertragen. Manuelle Dateneingabe war keine Option.
Drittens sollten für jeden Artikel Mietkosten pro Tag, Woche und Monat hinterlegt werden. Warum? Weil nur wer weiß, was ein Artikel kostet, auch erkennt, wie viel er durch clevere Planung sparen kann. Kostentransparenz ist hier das Schlüsselwort.
Und viertens, was mir persönlich besonders wichtig war: Es musste sichergestellt sein, dass alle Betriebs, Mess und Prüfmittel zum Zeitpunkt des Projektstarts bereits geprüft und kalibriert sind. Denn nichts ist teurer als eine Projektverzögerung, weil ein Gerät kurzfristig zur Kalibrierung muss.
Die Lösung
Smarte Einsatzplanung mit S-Anywhere
Mit dem S-Anywhere Erweiterungsmodul „webbasierte Einsatzplanung“ haben wir genau das realisiert, was sich der Kunde gewünscht hat. Und ehrlich gesagt noch etwas mehr.
Die Mitarbeiter können ihre Projekte nun so vorplanen, dass alle benötigten Betriebsmittel und Materialien exakt im richtigen Zeitraum verfügbar sind. Keine doppelten Reservierungen, keine vergessenen Nachbestellungen, kein Suchen im Lager.
Durch die Verknüpfung mit dem Modul Betriebsmittelprüfung wird automatisch sichergestellt, dass alle Geräte ihre turnusmäßigen Prüfungen und Kalibrierungen abgeschlossen haben, bevor ein Projekt startet. Das gibt den Mitarbeitern eine enorme Sicherheit und spart wertvolle Zeit.
Besonders spannend war die Integration eines vertikalen Liftsystems von Kardex, in dem ein Großteil der Artikel gelagert wird. Über S-Anywhere können die Artikel nun projektbezogen automatisiert ausgelagert werden. Das komplette Lagermanagement übernimmt dabei S-Anywhere im Hintergrund. Die Werkzeugverwaltung läuft damit weitgehend automatisch und ohne manuellen Aufwand.
Das Ergebnis
Amortisierung in wenigen Monaten
Was mich an diesem Projekt besonders freut? Die Zahlen sprechen für sich.
Nachdem das System vollständig implementiert wurde, hat es sich innerhalb weniger Monate amortisiert. Für ein System dieser Komplexität ist das bemerkenswert schnell.
Aber es geht nicht nur ums Geld. Die Vorteile, die der Kunde heute täglich erlebt, sind vielfältig:
- Exakte Planung aller Betriebsmittel und Materialien für jedes Projekt
- Schnellere Reaktion bei Projektverschiebungen dank übersichtlicher Einsatzplanung
- Keine unnötigen Anschaffungen mehr durch transparente Verfügbarkeitsplanung
- Nur geprüfte und kalibrierte Geräte kommen zum Einsatz
- Projektbezogene Auswertungen bieten volle Kostentransparenz
- Automatisierte Ausgabe der Artikel über das Liftsystem spart täglich Zeit
Was mich als jemand, der täglich mit solchen Projekten arbeitet, immer wieder begeistert: Es sind oft nicht die großen technischen Revolutionen, die den größten Unterschied machen. Es ist die clevere Verknüpfung bestehender Prozesse mit der richtigen Software. Genau das ist hier gelungen.